Wirtschaftsgeschichte Chiles

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Inka

Das Stammgebiet der Inka lag im heutigen Peru. Wohl 70 Jahre vor der Ankunft der Spanier begannen die Inka unter Túpac Yupanqui (1438–1491) den Norden Chiles bis zum Río Maule zu erobern. Die Hauptsiedlungen lagen an den Flussläufen von Aconcagua, Mapocho und Maipo, als südlichste Siedlung kommt Quillota im Tal des Aconcagua in Frage. Santillan sieht 1563 die Südgrenze am Rio Cachapoál südlich von Santiago. José Toribio Medina berichtet 1882 von einer Festungsruine am Cerro de la Angustura. Eine weitere Expansion scheiterte am entschiedenen Widerstand der auraucanischen Stämme in der mehrtägigen Schlacht am Maule, die in den spanischen Quellen erwähnt wird, etwa im Werk des Inca Garcilaso de la Vega (Libro 2, Cap. 18–20) Vor allem die Diaguita und Picuncha (die Spanier nannten sie „Promaucaes“) Mittelchiles wurden unterworfen, im Norden waren die Kämpfe so heftig, dass einige Gebiete zeitweise entvölkert wurden. Der Einfluss der Inka reichte bis zum Bio-Bio im Süden.
Die Inka beließen den unterworfenen Stämmen ihre Religion und Sitten, verlangten aber Tribute in Form von Metallen (insbesondere Gold) und Arbeitskraft. Gelegentlich kam es zu Umsiedlungen. Die Herrscher der vier Reichsteile trugen den Titel Apukuna („Herren“), Chile gehörte zum Teilreich Qullasuyu.
Handel und militärische Allianzen beruhten in Ermangelung von Geld auf dem System der Reziprozität. Wenn sich die Gegner freiwillig unterwarfen, wurden sie in das rituelle Tauschsystem integriert. Die großzügigen neuen Herren erwarteten dementsprechend als eine Art Gegengeschenk, dass die Unterlegenen Speicher anlegten und füllten, um die Hauptstadt zu versorgen; die lokalen Autoritäten wurden nicht entmachtet, sondern zur Kooperation gestärkt. Die Inka siedelten dortige Würdenträger nach Cuzco um, wo ihre Kinder als Inka erzogen wurden.
Gleichzeitig diente die indirekte Herrschaft dazu, die Arbeitsverteilung des Mita-Systems den Herrschern der einzelnen Ethnien zu überlassen. Das Prinzip der Reziprozität fand auch Anwendung, wenn der Inkastaat als Kompensation für Verpflichtungen der Mit’a und Mitmay für Ernährung, Kleidung, Wohnraum und Werkzeuge der Dienstverpflichteten sorgte und rituelle Feste veranstaltete, bei denen nicht nur der Provinzadel, sondern auch die Gemeinden bewirtet wurden. Die gegenseitige Unterstützung bei der Feldarbeit, Ayni genannt, bestand in ländlichen Gebieten noch in der nachkolonialen Zeit und wirkt bis heute fort. Auch die vertikale Wirtschaftsweise, die schon vor den Inka bestand, wurde fortgeführt. Sie verband über familiäre Beziehungen verschiedene Nutzungszonen mit ihren jeweiligen Produkten. Doch ein Drittel der Fläche wurde für den Staat und den Inkaadel sowie dessen Bürokratie beansprucht, ein weiteres Drittel für den Klerus. Nur das letzte Drittel stand der lokalen Subsistenzwirtschaft zur Verfügung. Einzelpersonen besaßen weiterhin kein Land.