Wirtschaftsgeschichte Chiles

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Jäger und Sammler

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es eine menschliche Besiedlung bereits im Pleistozän gab. Älteste Funde in Monte Verde im südlichen Zentralchile konnten auf 12500 v. Chr. datiert werden, Funde in Fell’s Höhle in Patagonien und Pali Aike im äußersten Süden auf 11000 v. Chr. Die ersten Menschen lebten als Jäger und Sammler u. a. von der Jagd auf Riesenfaultiere, Mastodonten und Guanakos, aber auch als Fischer.
Zu den frühesten Kulturen gehört die Chinchorro-Kultur, die in der extrem trockenen Atacamawüste lokalisiert werden konnte. Obwohl sie keine den Ägyptern oder Inkas vergleichbare komplexe Gesellschaftsorganisation entwickelte, gehört sie zu den ersten Kulturen, die Mumifizierung praktizierten. Die ältesten Mumien konnten auf 7000 v. Chr. datiert werden. Da die Chinchorro von Anfang an von der Fischerei im Pazifik lebten, entwickelten sie vor allem Werkzeuge, die dieser Art des Lebensunterhalts dienten. Angelhaken wurden aus Knochen, Muscheln oder Kaktusstacheln gefertigt. Sie nutzten Steingewichte zum Tiefseefischen, Steinmesser, Ahlen, Harpunen und Speerschleudern. Trotz der extremen Trockenheit standen ihnen Pflanzenfasern zur Verfügung, denn einige der aus dem Hochland fließenden Flüsschen, die die Atacamawüste berührten, bildeten Schwemmkegel. In diesen wuchs ein schilfähnliches Gras, dessen Fasern zur Herstellung von Kleidern, als Hilfsmittel bei der Totenpräparierung und zur Herstellung von Netzen und Angelleinen genutzt wurden.
In der späten Phase Rivera III, also zwischen 2000 und 500 v. Chr., verminderte sich die Abhängigkeit von den Meeresressourcen. Stattdessen wuchs die Bedeutung von Baumwolle und Wolle, Palmlilien und Maniok wurden angepflanzt, aber auch das als Inkareis bekannte Quinoa, das in der Sprache der Quechua kinwa heißt. In den Mägen einiger Mumien fanden sich Überreste einer kleinen Fischart, die bisher nicht identifiziert werden konnte, aber auch von Schalentieren. Daneben fanden sich große Mengen von Monokotyledonen, genauer gesagt von Fasern ihrer Rhizome. Am häufigsten waren jedoch Teichbinsenfasern. Quinoa ließ sich hingegen nur in einem Fall nachweisen, möglicherweise auch die Kartoffel.