Wirtschaftsgeschichte Chiles

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Ethnische Vielfalt

Im Norden Chiles lebten zum Zeitpunkt der Eroberung durch die Spanier ca. 80.000 Indigene. Die Wüsten in Küstennähe Nordchiles bevölkerten die nomadisch lebenden Chango. Diese fuhren auf mit Seehundfell bespannten Kanus aufs Meer hinaus um zu fischen; ergänzt wurde der Speiseplan auch um Krebse, Wild, Samen, Beeren und Nüsse. Im Landesinneren lebten die sesshaften Aymara. In den Canyons am Altiplano legten sie Bewässerungsgräben an, um Mais, Kidneybohnen, Quinoa (eine Getreideart) und Kürbis anzubauen. Auf dem Altiplano bauten sie Kartoffeln an und züchteten Lamas. Es wird davon ausgegangen, dass die Aymara die Tiahuanaco-Kultur formten. Um ca. 1500 herum mussten sie sich den Inka unterwerfen, behielten aber eine gewisse Autonomie. Eine ganz ähnliche Lebensweise hatten die Atacameño in den Canyons der Anden. Im halbtrockenen Norden Chiles lebten die sesshaften Diaguita an permanenten Bachläufen, wo sie eine den Aymara ähnelnde Landwirtschaft entwickelten.
Im fruchtbaren und klimatisch begünstigten Mittelchile lebten die auraucanischen Völker (Picunche, Mapuche, Huiliche, Pehuenchen und Cuncos), welche dieselbe Sprache aber unterschiedliche Lebensweisen hatten. In dieser Region lebten zum Zeitpunkt der Eroberung durch die Spanier zwischen 0,5 und 1,5 Millionen Indigene. Die Picunche wohnten in großen dauerhaften Dörfern. Zur Intensivierung der Landwirtschaft bauten sie kleinere Bewässerungskanäle. Die Mapuche und Huilliche hingegen lebten in kleinen Siedlungen in Flusstälern. Sie brannten ein kleines Waldstück nahe der Siedlung nieder (Brandrodung), um dort Mais, Kidneybohnen, Quinoa, Kürbis, Chili Pfeffer und weiße Kartoffeln anzubauen. Durch die Brandrodung wurde der Boden mit Nährstoffen angereichert und das Sonnenlicht konnte bis zum Boden durchdringen. Nach drei bis vier Jahren war der Boden erschöpft, so dass die Siedler weiterziehen mussten (Wanderfeldbau). Sie züchteten auch Lamas um Fleisch und Wolle zu gewinnen. Es entstand zudem eine hochentwickelte Töpferei und Textilweberei. Die Cuncos besiedelten ein Küstengebiet und die Insel Chiloe. Sie lebten hauptsächlich vom Fischen und Krabbenfang. Die Pehuenchen lebten nomadisch, sie sammelten die Nüsse der chilenischen Araukarie und jagten Guanakos, aus deren Fellen sie ihre Kleider herstellten. Der Name Pehuenche bedeutet Auraukarien-Nuss-Volk.